Definition

Die Berufshaftpflicht ist eine Haftpflichtversicherung für bestimmte Berufsgruppen, die deren spezifische Risiken absichert. Für die sogenannten Kammerberufe ist die Berufshaftpflichtversicherung eine Pflichtversicherung. Für Ingenieure und Architekten ist die Absicherung der beruflichen Haftpflicht freiwillig, teils Pflicht aber unbedingt zu empfehlen. Die Versicherung deckt die Schäden ab, die aus den berufstypischen Risiken entstehen können. Ein solcher Schadensfall beruht selten auf grober Fahrlässigkeit, sondern entsteht vielmehr aus Fehlern und Versehen, etwa bei der Berechnung von Baukosten, Konstruktionsfehlern oder durch unzureichende Aufsicht während des Baus.

 

Die Berufshaftpflichtversicherung – Absicherung für ein erhebliches Risiko

Für Schäden, die aus einem versehentlichen Handeln oder Unterlassen entstehen, haften Architekten und Ingenieure in der Regel persönlich und unbegrenzt mit Ihrem Privatvermögen. Aus diesem Grund sollte jeder Architekt und jeder Ingenieur über eine Haftpflichtversicherung geschützt sein, die im Schadensfall den finanziellen Ausgleich übernimmt.

Die berufliche Haftpflicht Architekten und Ingenieure umfasst Sach-, Personen- und Vermögensschäden. Die Versicherung sichert nicht nur den Versicherungsnehmer ab, sondern auch seine Angestellten für die er gemäß §§ 278, 831 BGB einzustehen hat. Zudem tritt der Versicherer nicht allein für Schadensersatzforderungen ein sondern prüft diese im Voraus auf ihre Rechtmäßigkeit und wehrt gegebenenfalls ungerechtfertigte Forderungen ab.

 

Die Versicherungssumme

Ein essentieller Bestandteil der Absicherung durch eine Berufshaftpflicht ist die Versicherungs- oder Deckungssumme. Unterschieden wird dabei zwischen einer Versicherungssumme für Personenschäden und einer Versicherungssumme für Sach- und Vermögensschäden. Die übliche Deckungssumme für Personenschäden liegt bei 2.000.000 bis 3.000.000 €. Die übliche Mindestdeckungssumme für Sach- und Vermögensschäden liegt deutlich darunter, nämlich bei 300.000 € pro Schadensfall. Die vertraglich vereinbarten Deckungssummen legen fest, bis zu welcher Höhe der Versicherer für einen Schaden aufkommt.

Bei der Festlegung der Versicherungssummen sollten alle bestehenden Risiken des Versicherungsnehmers mit einbezogen werden, um eine realistische Abschätzung seines Bedarfs zu erreichen und eine ausreichende Absicherung zu erzielen. In der Regel liegt die Gesamtleistung des Versicherers für sämtliche Schadensfälle innerhalb eines Jahres bei der doppelten Deckungssumme (Maximierung). Mitunter wird auch eine Selbstbeteiligung vereinbart, die festlegt, bis zu welcher Höhe der Versicherungsnehmer sich an den Kosten für einen Schadensausgleich beteiligt (meist bis 2.500 €). Eine Selbstbeteiligung vermindert die Höhe der zu zahlenden Versicherungsbeiträge.

 

Die Nachhaftung

Schäden an Bauwerken werden mitunter erst Jahre nach ihrer Verursachung sichtbar. Aus diesem Grund werden Versicherungsfälle manchmal erst verspätet gemeldet. Für den Schadensersatz ist die Absicherung zum Zeitpunkt des Verstoßes, der zu dem Schaden geführt hat, ausschlaggebend. Das bedeutet, dass eine Versicherung eventuell auch noch nach Ablauf der Versicherungslaufzeit für einen Schaden aufkommen muss, insofern dieser innerhalb der Versicherungslaufzeit entstanden ist. Gleichzeitig macht das Prinzip der Nachhaftung deutlich, wie wichtig eine rechtzeitige Absicherung ist, denn für einen Schadensersatzanspruch, der innerhalb der Versicherungszeit geltend gemacht wird aber vor Vertragsbeginn zustande gekommen ist, übernimmt der Versicherer die Kosten nicht. Auch bei einem Wechsel der Berufshaftpflichtversicherung spielt die Nachhaftung eine Rolle, insbesondere, wenn sich die Versicherungssumme in der neuen Versicherung gegenüber der alten verändert hat.

Die konkreten Bedingungen für die Nachhaftung hängen im Einzelfall von dem Zeitpunkt der Schadensmeldung sowie von der vereinbarten Nachhaftungsdauer bei Vorgängerverträgen ab. Die gesetzliche Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche hinsichtlich der Haftpflicht von Ingenieuren und Architekten beträgt mitunter bis zu 30 Jahre.

 

Was ist nicht versichert?

Die Versicherung deckt folgende Schäden nicht ab:

 

Besonderheiten

Für die berufliche Haftpflichtversicherung für Ingenieure und Architekten gelten andere Grundsätze als etwa für Anwälte oder Notare. Die Berufshaftpflichtversicherung für Architekten und Ingenieure deckt auch Sach- und Personenschäden mit ab, da diese zu den berufstypischen Risiken gehören. Eine weitere Besonderheit auf die bei der Auswahl des Tarifs geachtet werden sollte ist der Geltungsbereich. Ingenieure und Architekten, die auch im Ausland tätig sind, sollten unbedingt darauf achten, dass ihr Versicherungsschutz auch für eine Tätigkeit im Ausland gilt.

 

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